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Traben-Trarbach erinnert und gedenkt: Stolpersteine für Siegmund und Emma Schoemann
Am Dienstag, den 1. September 2026, findet um 15.00 Uhr die Verlegung von Stolpersteinen für Siegmund und Emma Schoemann vor ihrem damaligen Wohn-und Geschäftshaus in der Brückenstraße 20 statt.
„Stolpersteine“ sind das mittlerweile weltweit am weitesten verbreitete dezentrale Erinnerungs- und Mahnmal.Mit ihnen soll der Opfer des Nationalsozialismus gedacht werden: der Vernichtung der Juden im Holocaust, den Sinti und Rom, den politisch Verfolgten und Ermordeten, den Homosexuellen, den Opfern der Euthansie.
Stolpersteine sind quadratische, etwa 10×10 cm. große Messingplatten, die vor den letzten Wohnhäusern bündig in den Boden eingelassen werden. Damit werden die Opfer in unseren Alltag zurückgeholt, wir werden gedanklich „zum Stolpern“ gebracht, der Entmenschlichung und Entpersonalisierung der Nummern in Konzentrations- und Vernichtungslagern werden die Namen der konkreten Menschen gegenübergestellt.
„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ – unter diese aus dem Talmud stammenden Leitidee stellt der Künstler Gunter Demnig, der „Erfinder“ der Stolpersteine, seine Arbeit.
Siegmund Schoemann wurde 1870 in Kröv geboren, heiratete sein Frau Emma, eine geborene Brück aus Alsenz in der Pfalz, am 22. Juni 1900 in Kröv, ihr Sohn Ernst wurde 1901 geboren. 1905 zog die junge Familie nach Trarbach und eröffnete in dem von ihnen erbauten Haus in der Brückenstraße 20 ein Textilkaufhaus, das ein große Kundschaft in Traben-Trarbach und den umliegenden Mosel- und Hunsrückortschaften erreichte. Siegmund Schoemann war über seine berufliche Tätigkeit hinaus ein sehr engagierter Bürger, in vielen Vereinen der Doppelstadt aktiv und ein finanzieller Förderer von Einrichtungen des Gemeinwohls. So hätte es z.B. ohne seine Förderung das 1930 errichtete Trabener Strandbad nicht gegeben. Dennoch: Schon in den zwanziger Jahren waren die wenigen jüdischen Familien Traben-Trarbachs antisemitischen Verleumdungen und Angriffen ausgesetzt. Traben-Trarbach war mit Enkirch die Moselgemeinde,in der die NSDAP besonders stark und erfolgreich war.
Siegmund und Emma Schoemann verließen gezwungenermaßen Traben-Trarbach 1935 und schließlich Deutschland 1939, um bei ihrem Sohn Ernst in Frankreich eine Bleibe zu finden. Aber auch das war nur von kurzer Dauer.Sie wurden schließlich 1942 aus dem besetzten Frankreich in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Der Arbeitskreis „Initiative Gedenken, Erinnern und Begegnen – Jüdisches Leben in Traben-Trarbach“, der seit seiner Gründung vor drei Jahren unter anderem daran arbeitet, ein würdiges Gedenken an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zu ermöglichen, ist froh, mit der Stolpersteinverlegung am 1. September ein erstes und wichtiges Ziel erreicht zu haben. Besonders freut uns, dass die Enkelin von Siegmund und Emma Schoemann, Frau Miriam Daru-Schoemann aus Amsterdam, angekündigt hat, an der Veranstaltung teilzunehmen. Sie hatte in der Vergangenheit schon über Dr. Christof Krieger Kontakte nach Traben-Trarbach, die jetzt durch Marie-Luise Conen intensiviert wurden,die seit vielen Jahren über jüdische Familien an der Mittelmosel forscht. Frau Dr. Conen wird gemeinsam mit Myriam Daru am Vorabend der Stolpersteinverlegung, am Montag, 31.08.26, ihr neues Buch „Jüdische Familien in Kröv und Traben-Trarbach“ um 18.00 Uhr im Alten Rathaus in Traben vorstellen.
Wir freuen uns, wenn beide Veranstaltungen zahlreich besucht werden.
Für den Arbeitskreis „Initiative Gedenken, Erinnern und Begegnen – Jüdisches Leben in Traben-Trarbach“
Jörg-Walter Henrich
Guido Steffens
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JÜDINNEN UND JUDEN IN TRABEN-TRARBACH
Fast alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt wissen, dass bis zum Beginn der Schoa, Juden und Christen ihr Leben hier miteinander teilten.
Die Kinder saßen auf der Schulbank nebeneinander, später spielte man im selben Verein Fußball, stand gemeinsam in der Feuerwehr denen bei, die Hilfe brauchten, besuchte gegenseitig die damals noch vielen, kleinen (auch jüdischen) Geschäfte unserer Stadt.
Immer wieder bewegt mich, wenn ich lese, dass noch in den 30er Jahren ein jüdisches Mädchen, es war etwa neun Jahre alt, auf dem evangelischen Friedhof in Traben beerdigt wurde, begleitet von allen Kindern der Klasse, Lehrerin und Lehrer.
Wie verbunden und vertraut muss man sich sein, wenn im Schlimmsten, das im Leben geschehen kann, sich Religion als ganz offen und durchlässig für das zeigt, das in jeder Religion so sehr beheimatet ist: Menschlichkeit, Wärme, Offenheit, Nähe, Dasein für einander.
Nahezu über Nacht wurde aus dieser Gemeinschaft zwischen Juden und Christen tödliche
Feindschaft.
Wirklich über Nacht?
Oder brauchte es nur einen Funken, um das im Verborgenen schwelende Gift, das alte Misstrauen, den alten Hass zu entzünden?
Wie ist es heute?
Nein, es leben keine Juden mehr in unserer Stadt.
Doch der 7. Oktober 2023 war wie ein Funke! Wieder, wie über Nacht, an so vielen Orten in unserem Land, ein solcher Hass auf Juden.
Hätten wir an diesem Tag und in jenen Nächten nach dem größten Massaker auf Juden seit dem Holocaust nicht alle „für die Juden schreien“(Dietrich Bonhoeffer) müssen?
Stattdessen Schweigen, Kontextualisieren, „ja, aber“ und eben – Hass.
„Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“
Ein Ausspruch eines Münchner Professors, Ludwig Kotter, aus dem Jahr 1965.
Wir haben uns in Deutschland der Aufgabe des Erinnerns gestellt, keine Frage.
Doch es darf kein oberflächliches Erinnern sein, in Floskeln erstarrt. Erfüllung einer
Pflicht. Ohne Herz, ohne Empathie, oft widerwillig.
Kein Gedenktafelerinnern irgendwo in der Stadt, Worte, die keiner sieht, keiner liest,
keinen berühren.
Erinnern braucht eine Mitte. Eine Herzensmitte. Ein Herz.
Erinnern braucht die Wärme eines Menschen, nicht die Kälte einer Statistik oder die
Leblosigkeit seelenloser Worte.
Der Name eines einzigen Menschen, in dessen Klang ein Leben uns berührt,
geht tiefer als ein Zahl mit sechs Nullen.
Der Name eines Menschen, den ich vorsichtig und voller Achtung, vielleicht
auch ganz scheu, in den Mund nehme und spüre: ein Mensch wie ich.
Nachname, eingebunden in eine Familie mit ihrer Geschichte und all ihren Traditionen.
Vorname, von Eltern ausgesucht, Verheißung, Verpflichtung, Geschenk, Wunsch, Liebe.
Manchmal kann der Klang eines Namens wie zu einer Begegnung mit einem Menschen werden. Bilder eines Lebens, das wir gar nicht kennen und uns trotzdem berührt.
Erst in seinem Namen bekommt das Einmalige, Unverwechselbare, unendlich
Kostbare eines jeden Menschen einen Klang.
Die Aura eines Namens ist der Atem des Erinnerns. Lebendiges Erinnern.
Namen verwandeln. Machen aus Zuschauern Betroffene.
Verwandeln die Distanz in Anteilnahme. Aus dem fernen Abstand der Jahrzehnte
wird neue, gegenwärtige Verantwortung.
Wir möchten den Jüdinnen und Juden unserer Stadt, denen man die Heimat, den
meisten das Leben genommen hat und deren Name wir vergessen haben, den Klang ihrer Namen zurückgeben. Mit Ihren Namen sollen sie wieder einen Platz in unserer Mitte bekommen.
Dazu hat sich ein kleiner Arbeitskreis gebildet: Vertreter des Stadtrates, der Vereine, der Kirchen und vor allem der Schulen.
Miteinander suchen wir nach Wegen und Gestalten des Erinnerns.
Alles liegt noch ganz offen vor uns, nur eines ist uns bewusst: Es kann kein wirkliches und aufrichtiges Erinnern der Schoa-Opfer unserer Stadt geben, ohne deren Namen zu nennen. Ohne im Klang ihrer Namen auf Spurensuche ihres Lebens zu gehen.
So laden wir alle Interessierten ein:
Lasst uns einen neuen Weg des Erinnerns in unserer Stadt gehen. Nicht in Zahlen, sondern im Klang der Namen von Menschen.
Nicht in Tafeln, die keiner liest, sondern in Lebensgeschichten.
Einen Menschen zu vergessen, heißt, ihn ein zweites Mal töten.
Und unsere eigene Vergangenheit nicht zu erinnern, heißt, sie wiederholen zu müssen.
Wir treffen in regelmäßigen Abständen.
Bei Interesse melden Sie sich gerne bei uns unter Tel.: 06541/ 62 50
oder kimoh@ekir.de
J.-W. Henrich
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Kindergottesdienste in Traben-Trarbach
Jeden Sonntag von 11:00 – 12:00 Uhr trifft sich der Kindergottesdienst im Heinrich-Held-Haus (Feier- und Ferientage sind ausgenommen.)
Fast immer sind spannende biblische Geschichten der Auftakt, den die Kinder durch kreative Angebote vertiefen,
um das eine oder andere in ihr Leben und unsere Welt heute übertragen zu können.
Es finden aber auch Ausflüge, gemeinsames Backen und Frühstücken statt.
Alle Kinder zwischen 5 und 11 Jahren sind herzlich eingeladen.
Martina Bersch, Laura Rottmann-Bauer, Katja Schütz, Katharina Henrich
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Aufbau eines Besuchskreises in Traben-Trarbach
„Wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt. Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht in der Liebe, die alles umfängt“.
So heißt es in einem Lied, das viele Menschen gern im Gottesdienst singen. Was man gibt, bekommt man oft mehrfach zurück, und wo man sich einem Menschen von Herzen zuwendet, da kann es geschehen, dass Gott sich uns für einen Moment schenkt.
Erfahrungen, die ich im seelsorglichen Kontakt mit Menschen oft mache und mich manchmal frage, wer hat jetzt eigentlich wen gestärkt und geröstet. Leben für eine Stunde teilen, einen Menschen besuchen, zuhören, einfach da sein und manchmal erleben, wie nah Gott in solchen Begegnungen ist, es sind ganz besondere Momente im Leben von Menschen und im Leben einer Kirchengemeinde.
In den nächsten Wochen möchten wir einen Besuchsdienst in unserer Kirchengemeinde aufbauen. Wir sehen in den Besuchen vorwiegend älterer Menschen eine ganz wesentliche Aufgabe unseres gemeindlichen Lebens. Miteinander werden wir uns auf den Dienst vorbereiten und werden in regelmäßigem Austausch bleiben.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Menschen sich für diese verantwortungsvolle und schöne Arbeit fänden. Ich möchte Ihnen dazu Mut machen. Auch wenn Sie noch unentschieden sind, Fragen haben, Zweifel, rufen Sie mich doch einfach an:
Tel.: 06541/1566.
Ich weiß, es ist eine Aufgabe, die Leben sehr bereichern kann, auf beiden Seiten, im Geben und Nehmen.
J.-W. Henrich, Pfarrer
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MINI – TÄTIGKEIT IN DER EV. KIRCHE WOLF
Das Presbyterium des Gemeindebezirks Wolf bietet zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine drei/vier Wochenstunden umfassende Tätigkeit in der Ev. Kirche Wolf an.
Dabei handelt es sich um die klassische Arbeit einer/eines Küster*in:
- Vorbereitungen gottesdienstlicher Feiern in der Kirche
- Reinigung der Kirche
- Kehren des überschaubaren Außengeländes
Die Bezahlung erfolgt nach BAT-Tarif.
Wir freuen uns über Ihr Interesse.
Bitte richten Sie Anfragen und Bewerbungen an:
Ev. Kirchengemeinde Mosel-Hunsrück
Kirchstrasse 79
z.Hd. von Pfr. J.-W. Henrich
56841 Traben-Trarbach
Tel.: 06541- 6250 oder 1566

