Traben-Trarbach und Wolf

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Informationen zum Heinrich-Held-Haus Traben


GOTT  SORGT  FÜR  MICH

In diesem Jahr dürfen wir Christen mit Stolz und noch mehr Freude auf einen Mann blicken,
der unserem Glauben bis heute Frische und Inspiration schenkt:

Franz von Assisi. Vor fast genau 800 Jahren, am 4. Oktober 1226, ist er gestorben.
Als Franziskus schon lang als Bettelmönch lebte und längst eine große Anhängerschaft
um sich versammelt hatte, wurde er einmal gefragt, warum er ein so einfaches Leben

führt. Er antwortet:

Herr, wollten wir etwas besitzen, so müssten wir auch Waffen zu unserer Verteidigung
haben. Daher kommen die Streitereien und Kämpfe, die so mannigfach die Liebe Gottes
und der Mitmenschen hindern. Darum wollen wir nichts Zeitliches in der Welt besitzen.
(Otto Karrer, Franz v. Assisi, Legenden und Laude)

Franziskus will mit diesen Worten niemandem das madig machen, das er sich erarbeitet
hat oder sich leisten kann. Ganz und gar nicht. Nicht zu urteilen und sich nicht über andere
zu erheben, ist Ausdruck seiner tiefen Achtung vor jedem Menschen, jedem Leben.
Doch er legt seinen Finger in eine der tiefsten Wunden unserer Welt.
Wie rasch wird aus der Freude und Dankbarkeit, etwas Gutes und Schönes mein Eigentum
zu nennen der Drang, immer mehr haben zu wollen.
Jeden Tag hören und sehen wir, wie leicht aus politischer Verantwortung die Gier nach
Macht wird. Die Macht über Meinungen zu bestimmen, Menschen zu herrschen, Staaten einfach zu vereinnahmen.
Der  Schutz des Eigentums gehört ohne Frage zu den großen staatspolitischen Errungenschaften.
Trotzdem behält Franziskus recht: Statt Freude weckt Eigentum in uns Menschen oft Neid und Missgunst, macht uns Menschen so leicht zu Konkurrenten und Gegnern.
Doch ist Franziskus nicht auch ein bisschen naiv? Liefert man sich nicht der blanken Not aus, wenn man auf alle Besitzstände verzichtet?
Vielleicht würde Franziskus so antworten: Nein, nicht der Not liefert ihr euch aus, sondern Gott.
Erst wenn ihr Gott mehr vertraut als all eurem Besitz, werft ihr euch Gott ganz in die
Arme. Erst dann werdet ihr etwas Wundervolles erleben: GOTT SORGT FÜR EUCH.

Franziskus war, da sind sich alle Quellen einig, ein fröhlicher Mensch.
Singend, lachend, gern auch mal richtig albern, zog er durch die Lande – und die
Menschen liebten ihn. Das tiefe Glück dieses Mannes gründete ganz und gar in dem
Vertrauen: GOTT SORGT FÜR MICH.
Nein, ich werde unser kleines, altes Häuschen jetzt nicht verkaufen und auch die alte

NSU Quickly nicht, an der ich einfach Freude habe.
Doch mein Herz möchte ich an all das nicht verlieren. Denn ich weiß und erlebe es jeden Tag, geborgen ist mein Leben allein in Gott – und guten Menschen, die Gott mir schenkt.
Und die Momente, in denen ich ganz tief in mir spüre, GOTT SORGT FÜR MICH, sind
die glücklichsten meines Lebens.

Jörg-Walter Henrich

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JÜDINNEN  UND  JUDEN  IN  TRABEN-TRARBACH

Fast alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt wissen, dass bis zum Beginn der Schoa, Juden und Christen ihr Leben hier miteinander teilten.

Die Kinder saßen auf der Schulbank nebeneinander, später spielte man im selben Verein Fußball, stand gemeinsam in der Feuerwehr denen bei, die Hilfe brauchten, besuchte gegenseitig die damals noch vielen, kleinen (auch jüdischen) Geschäfte unserer Stadt.

Immer wieder bewegt mich, wenn ich lese, dass noch in den 30er Jahren ein jüdisches Mädchen, es war etwa neun Jahre alt, auf dem evangelischen Friedhof in Traben beerdigt wurde, begleitet von allen Kindern der Klasse, Lehrerin und Lehrer.

Wie verbunden und vertraut muss man sich sein, wenn im Schlimmsten, das im Leben geschehen kann, sich Religion als ganz offen und durchlässig  für das zeigt, das in jeder Religion so sehr beheimatet ist: Menschlichkeit, Wärme, Offenheit, Nähe, Dasein für einander.

Nahezu über Nacht wurde aus dieser Gemeinschaft zwischen Juden und Christen tödliche
Feindschaft.
Wirklich über Nacht?
Oder brauchte es nur einen Funken, um das im Verborgenen schwelende Gift, das alte Misstrauen, den alten Hass zu entzünden?

Wie ist es heute?

Nein, es leben keine Juden mehr in unserer Stadt.

Doch der 7. Oktober 2023 war wie ein Funke! Wieder, wie über Nacht, an so vielen Orten in unserem Land, ein solcher Hass auf Juden.

Hätten wir an diesem Tag und in jenen Nächten nach dem größten Massaker auf Juden seit dem Holocaust nicht alle „für die Juden schreien“(Dietrich Bonhoeffer) müssen?

Stattdessen Schweigen, Kontextualisieren, „ja, aber“ und eben – Hass.
„Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“
Ein Ausspruch eines Münchner Professors, Ludwig Kotter, aus dem Jahr 1965.
Wir haben uns in Deutschland der Aufgabe des Erinnerns gestellt, keine Frage.
Doch es darf kein oberflächliches Erinnern sein, in Floskeln erstarrt. Erfüllung einer
Pflicht. Ohne Herz, ohne Empathie, oft widerwillig.
Kein Gedenktafelerinnern irgendwo in der Stadt, Worte, die keiner sieht, keiner liest,
keinen berühren.

Erinnern braucht eine Mitte. Eine Herzensmitte. Ein Herz.
Erinnern braucht die Wärme eines Menschen, nicht die Kälte einer Statistik oder die

Leblosigkeit seelenloser Worte.

Der Name eines einzigen Menschen, in dessen Klang ein Leben uns berührt,
geht tiefer als ein Zahl mit sechs Nullen.
Der Name eines Menschen, den ich vorsichtig und voller Achtung, vielleicht
auch ganz scheu, in den Mund nehme und spüre: ein Mensch wie ich.
Nachname, eingebunden in eine Familie mit ihrer Geschichte und all ihren Traditionen.
Vorname, von Eltern ausgesucht, Verheißung, Verpflichtung, Geschenk, Wunsch, Liebe.
Manchmal kann der Klang eines Namens wie zu einer Begegnung mit einem Menschen werden. Bilder eines Lebens, das wir gar nicht kennen und uns trotzdem berührt.
Erst in seinem Namen bekommt das Einmalige, Unverwechselbare, unendlich
Kostbare eines jeden Menschen einen Klang.
Die Aura eines Namens ist der Atem des Erinnerns. Lebendiges Erinnern.
Namen verwandeln. Machen aus Zuschauern Betroffene.
Verwandeln die Distanz in Anteilnahme. Aus dem fernen Abstand der Jahrzehnte
wird neue, gegenwärtige Verantwortung.

Wir möchten den Jüdinnen und Juden unserer Stadt, denen man die Heimat, den
meisten das Leben genommen hat und deren Name wir vergessen haben, den Klang ihrer Namen zurückgeben. Mit Ihren Namen sollen sie wieder einen Platz in unserer Mitte bekommen.

Dazu hat sich ein kleiner Arbeitskreis gebildet: Vertreter des Stadtrates, der Vereine, der Kirchen und vor allem der Schulen.

Miteinander suchen wir nach Wegen und Gestalten des Erinnerns.

Alles liegt noch ganz offen vor uns, nur eines ist uns bewusst: Es kann kein wirkliches und aufrichtiges Erinnern der Schoa-Opfer unserer Stadt geben, ohne deren Namen zu nennen. Ohne im Klang ihrer Namen auf Spurensuche ihres Lebens zu gehen.

So laden wir alle Interessierten ein:

Lasst uns einen neuen Weg des Erinnerns in unserer Stadt gehen. Nicht in Zahlen, sondern im Klang der Namen von Menschen.

Nicht in Tafeln, die keiner liest, sondern in Lebensgeschichten.
Einen Menschen zu vergessen, heißt, ihn ein zweites Mal töten.
Und unsere eigene Vergangenheit nicht zu erinnern, heißt, sie wiederholen zu müssen.

Wir treffen in regelmäßigen Abständen.

Bei Interesse melden Sie sich gerne bei uns unter Tel.: 06541/ 62 50
oder kimoh@ekir.de

J.-W. Henrich

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Kindergottesdienste in Traben-Trarbach

Jeden Sonntag von 11:00 – 12:00 Uhr trifft sich der Kindergottesdienst im Heinrich-Held-Haus (Feier- und Ferientage sind ausgenommen.)
Fast immer sind spannende biblische Geschichten der Auftakt, den die Kinder durch kreative Angebote vertiefen,
um das eine oder andere in ihr Leben und unsere Welt heute übertragen zu können.
Es finden aber auch Ausflüge, gemeinsames Backen und Frühstücken statt.
Alle Kinder zwischen 5 und 11 Jahren sind herzlich eingeladen.
Martina Bersch, Laura Rottmann-Bauer, Katja Schütz, Katharina Henrich

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Aufbau eines Besuchskreises in Traben-Trarbach

„Wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,  dann wohnt er schon in unserer Welt. Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht in der Liebe, die alles umfängt“.

So heißt es in einem Lied, das viele Menschen gern im Gottesdienst singen. Was man gibt, bekommt man oft mehrfach zurück, und wo man sich einem Menschen von Herzen zuwendet, da kann  es geschehen, dass Gott sich uns für einen Moment schenkt.
Erfahrungen, die ich im seelsorglichen Kontakt mit Menschen oft mache und mich manchmal frage, wer hat jetzt eigentlich wen gestärkt und geröstet. Leben für eine Stunde teilen, einen Menschen besuchen, zuhören, einfach da sein und manchmal erleben, wie nah Gott in solchen Begegnungen ist, es sind ganz besondere Momente im Leben von Menschen und im Leben einer Kirchengemeinde.

In den nächsten Wochen möchten wir einen Besuchsdienst in unserer Kirchengemeinde aufbauen. Wir sehen in den Besuchen vorwiegend älterer Menschen eine ganz wesentliche  Aufgabe unseres gemeindlichen Lebens. Miteinander werden wir uns auf den Dienst vorbereiten und werden in regelmäßigem Austausch bleiben.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Menschen sich für diese verantwortungsvolle und schöne Arbeit fänden. Ich möchte Ihnen dazu Mut machen. Auch wenn Sie noch unentschieden sind, Fragen haben, Zweifel, rufen Sie mich doch einfach an:
Tel.: 06541/1566.
Ich weiß, es ist eine Aufgabe, die Leben sehr bereichern kann, auf beiden Seiten, im Geben und Nehmen.
J.-W. Henrich, Pfarrer

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MINI – TÄTIGKEIT IN DER EV. KIRCHE WOLF

Das Presbyterium des Gemeindebezirks Wolf bietet zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine drei/vier Wochenstunden umfassende Tätigkeit in der Ev. Kirche Wolf an.

Dabei handelt es sich um die klassische Arbeit einer/eines Küster*in:

  • Vorbereitungen gottesdienstlicher Feiern in der Kirche
  • Reinigung der Kirche
  • Kehren des überschaubaren Außengeländes

Die Bezahlung erfolgt nach BAT-Tarif.

Wir freuen uns über Ihr Interesse.

Bitte richten Sie Anfragen und Bewerbungen an:
Ev. Kirchengemeinde Mosel-Hunsrück
Kirchstrasse 79
z.Hd. von Pfr. J.-W. Henrich
56841 Traben-Trarbach
Tel.: 06541- 6250 oder 1566